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Schwammregion Soonwald-Nahe

Gemeinsam Wasser in der Landschaft halten

Die Region für den
Klimawandel stark machen

Das Projekt „Schwammregion Soonwald-Nahe“ hat zum Ziel, die Region für den Klimawandel resilienter zu machen, indem der Wasserrückhalt verbessert wird. In einer Partnerschaft zwischen der Hochschule Geisenheim, dem Naturpark Soonwald-Nahe und dem Regionalbündnis Soonwald-Nahe sollen durch ein interdisziplinäres Netzwerk praxisnahe Maßnahmen entwickelt werden, um der zunehmenden Gefahr von Überschwemmungen und extremen Trockenperioden entgegenzuwirken. Von Januar 2025 bis Ende 2026 wird das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Schwammregion-Lenkungsgruppe; v.l.: Dr. Rainer Lauf, Dr. Norbert Weißmann, Jenny Eckes, Prof. Dr. Eckhard Jedicke, Dr. Jörn Schultheiß, Marco Rohr

Was macht eine Schwammregion aus?

Eine Schwammregion lebt davon, dass Niederschläge nicht sofort abfließen, sondern länger in der Landschaft gehalten werden. Böden, Vegetation und geeignete Strukturen können Wasser aufnehmen, speichern und zeitlich verzögert wieder abgeben. Entscheidend ist dabei nicht die eine große Maßnahme, sondern das Zusammenspiel vieler kleiner Ansätze – im Wald, auf landwirtschaftlichen Flächen, im Weinbau und entlang von Gewässern. Wenn Wasser dezentral zurückgehalten, versickert oder verlangsamt wird, profitieren Böden, Pflanzen, Gewässer und letztlich auch die Menschen in der Region.

Kurz und knapp: Schwammregion auf einen Blick

 

In Zeiten der Klimakrise ist es entscheidend, die im Winterhalbjahr vermehrt fallenden (Stark-)Niederschläge für das zunehmend trockenere Sommerhalbjahr in Regengärten, Schwammdörfern, -städten und -landschaften einzuspeichern. Ziel der Schwammregion ist es, das Problembewusstsein bei den Menschen in der Region zu steigern und Kenntnisse über geeignete Methoden zu verbreiten. Mit der Unterstützung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sollen Netzwerke von Praktikern, zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Behörden gebildet werden, die Maßnahmen definieren und möglichst schnell in Umsetzung bringen.

Als Antwort auf die sich abzeichnenden Auswirkungen des Klimawandels ist der Wasserrückhalt in der Landschaft von zentraler Bedeutung. Der Umgang mit Trockenheit und Sturzfluten entwickelt sich mehr und mehr zu einer zentralen Herausforderung im Erhalt der Lebensqualität der Bevölkerung, des kulturellen Erbes, der Wald- und Offenlandökosysteme, der ökonomischen Grundlagen von Forst- und Landwirtschaft und des Weinbaus.

Das Projekt richtet sich an lokale Akteure aus Land- und Forstwirtschaft, Kommunen und anderen Interessengruppen. Ein zentraler Bestandteil ist die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Sektoren, wie Wald- und Offenlandmanagement, um effektive Lösungen für den flächigen Wasserrückhalt zu finden.

Zur Schwammregion

Schwamm-Maßnahmen in der Landwirtschaft

Bewährte Methoden der Wasserrückhaltung im Bereich der Landwirtschaft sind reduzierte und höhenparallele Bodenbearbeitung sowie Agroforstwirtschaft. Die Umsetzung ist bisher schwierig, weil diese Methoden etwas aufwändiger sind als die bisherige Art der Bewirtschaftung möglichst großer Schläge und auch ein anderer Maschinenpark erforderlich ist. Mittel- und langfristig sind jedoch Bewirtschaftungsformen vorzuziehen, die mit weniger Kunstdünger auskommen und die Humusbildung und Wasserspeicherung fördern. Die Umstellung ist sehr komplex, von den lokalen Gegebenheiten abhängig und kann nur in enger Kooperation mit den Praktikern angegangen werden, die ihre Böden und klimatischen Verhältnisse am besten kennen.

Die Schwammstadt als Vorbild für urbane Räume

Eine Vorsorgestrategie, um klimawandel-bedingte Auswirkungen wie Trockenheit und Sturzfluten im Sinne der Klimaanpassung zu begegnen, ist das Konzept der Schwammstadt (“Sponge City”). Hierbei wird die Klimaresilienz durch blau-grüne Infrastruktur verbessert, d. h. durch urbanes Wasser- und Grünflächenmanagement. Es wird versucht, das Niederschlagswasser effizient in Böden infiltrieren zu lassen, um es zwischenzuspeichern (Schwammprinzip). Der Wasserrückhalt wird auch durch das Sammeln an der Oberfläche (Mulden- und Grabenstrukturen) gewährleistet. In Trockenperioden kann gespeichertes Wasser verdunsten (Kühleffekt) oder steht zur Bewässerung bereit.

Aktuelles & Termine

Bleiben Sie auf dem Laufenden, was in der Schwammregion passiert und erfahren Sie, welche Veranstaltungen anstehen.

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