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Vereinsgeschichte

25 Jahre voller Meilensteine

     Angefangen hat alles …

… mit einem Fest nach der Schließung des Militärflugplatzes Pferdsfeld (VG Bad Sobernheim) und der dadurch entstandenen Sorge um Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven: 1997 feierten Aktive aus verschiedenen regionalen Initiativen „Heimat hat Zukunft“ in der Wüstung Eckweiler. Sie zeigten mit weiteren großen Veranstaltungen tragfähige Perspektiven für eine nachhaltige Entwicklung der Region auf: „Holzforum“ in Seesbach (1997), „Tourismus hat Zukunft“ (1998) und „Aufbruch in die Zukunft“ (2000) in Bad Sobernheim.

Am 23.1.2001 hoben 31 Menschen in Kreershäuschen das „Regionalbündnis Soonwald-Nahe e. V.“ aus der Taufe. Zum Vorsitzenden des Vereins wurde Dr. Rainer Lauf, Kinderarzt aus Bad Sobernheim, gewählt. Er hatte zuvor alle parteipolitischen Ämter bei Bündnis 90/Die Grünen niedergelegt, um über parteipolitische Grenzen hinweg für das Regionalbündnis werben und wirken zu können.

Bei „Ackern und Genießen“ in Waldböckelheim (2003) ging es um eine nachhaltige Zukunft für unsere Landwirtschaft; bei dieser Veranstaltung wurde der Grundstein für die Regionalmarke „SooNahe – Gutes von Nahe und Hunsrück“ gelegt. Das Regionalbündnis ließ „SooNahe“ als rechtlich geschütztes Markenzeichen eintragen und verfügt über die Markenrechte. Bis Lebensmittel mit SooNahe-Label zu kaufen waren, brauchte das Regionalbündnis mit seinem Partner Hunsrück-Marketing ein großes Durchhaltevermögen. 2008 war es soweit. Seit 2014 ist der wirtschaftlich geprägte Bereich der Regionalmarke aus dem Verein ausgegliedert und läuft unter der Hunsrück-Nahe-Vermarktungs-GmbH. Das Regionalbündnis engagiert sich für die ideelle Förderung der Marke unter dem Motto „Wer weiter denkt, kauft näher ein!“ 

Seit 2004 veranstaltet das Regionalbündnis „Tage der Region. Ein Festmenü unter dem Motto „Heimatliche Genüsse“ und ein Regionalmarkt, jeweils in Verbindung mit einem kulturellen Programm, zeigten eindrucksvoll die Potenziale einer Gemeinde und ihrer Menschen. Bisher gab es dadurch einen Entwicklungsschub in Wallhausen (2004), Bad Münster am Stein-Ebernburg (2005), Stromberg (2006), Bad Kreuznach (2007), Gemünden (2008), Simmern (2009) und Idar-Oberstein (2010). Seit 2011 hat das Regionalbündnis die Tage der Region auf ein dezentrales Konzept umgestellt und fördert zahlreiche Veranstaltungen, die ein klares regionales Profil aufweisen, statt den vielen guten Veranstaltungen noch eine eigene hinzuzufügen.

Auch in die Bad Sobernheimer Frühlingsmessen bringt das Regionalbündnis seine Handschrift ein, um dem einheimischen Publikum zu zeigen, welche Vielfalt an hochwertigen Erzeugnissen und Dienstleistungen vor der eigenen Haustür entsteht und auf kurzem Wege abgerufen werden kann.

Der Umweltpflege im klassischen Sinn hat sich das Regionalbündnis durch seine Projektbereiche Lebendige Wälder (seit 2001) und Lebendige Nahe (seit 2006/07) verschrieben und dabei sehr von der Unterstützung durch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) profitiert. So konnte die Woppenrother Wacholderheide rekultiviert und das Heidefest ins Leben gerufen werden. Seit das Regionalbündnis erstmals 2006 die Akteure verschiedener Projekte bezüglich der Nahe an einem runden Tisch versammelte und die Nahe in das DUH-Programm „Netzwerk Lebendige Flüsse“ einbrachte, sind u. a. die Naturstation Lebendige Nahe in Bad Münster am Stein und der Bad Sobernheimer Nahe-Erlebnisweg mit Förderung durch das Regionalbündnis eingerichtet worden. Inzwischen liegt der Fokus bei der Lebendigen Nahe auf der Vernetzung der Akteure von Initiativen an der Nahe und ihren Nebenflüssen.

Das Regionalbündnis hat sich von Anfang an für die Einrichtung des Naturparks Soonwald-Nahe stark gemacht. 2005 erhielt die Region den Naturpark-Status. Kein Wunder, dass das Regionalbündnis seitdem im Beirat des Naturparks mit seinem Sachverstand und seinen Ideen vertreten ist. Auch in den Bereich des neuen Nationalparks Hunsrück-Hochwald strahlt das Bündnis mit der Förderung von Vernetzungsstrukturen aus.
Einheimischen und Gästen von auswärts die Schönheiten und Besonderheiten unserer Region zu vermitteln, ist das Anliegen der Zertifizierten Natur- und Landschaftsführer für den Naturpark Soonwald-Nahe. Deren Aktivitäten zu unterstützen, rundet das Portfolio des Regionalbündnisses seit 2007 ab. 

2010 wurde die Arbeitsgruppe Energie im Regionalbündnis ins Leben gerufen. In ihren Veranstaltungen vermittelte die AG, wie das anspruchsvolle Ziel „Energie SooNahe: 100% erneuerbar“ in unserer Region konkret umgesetzt werden kann. Themenbezogene Filmvorführungen mit Diskussionsrunden bei regionalem Imbiss waren eine gut angenommene Veranstaltungsform.

Von 2011 bis 2015 war der Verein nach EMAS (Ecological Management and Audit Scheme) zertifiziert. Der Ertrag der Zertifizierung lag vor allem in der Binnenwirkung. Der Vorstand konnte seine Arbeitsstrukturen optimieren und in einem Vereinshandbuch dokumentieren.

Nachdem bereits 2007 erste Aktionen unter dem Begriff „Gesundheitsregion“ stattfanden, erfolgte 2013 die Projektkooperation mit der Marke soogesund. Ziel ist die Etablierung einer gut vernetzten und koordinierten Gesundheitsregion im Landkreis Bad Kreuznach.

2017 gesellte sich zu den Projekten „Lebendige Wälder“ und „Lebendige Nahe“ schließlich „Lebendige Wiesen“ und rückte damit die unsere Region prägende wunderbare Natur- und Kulturlandschaft der Wiesen in den Mittelpunkt.

Im selben Jahr begann das Regionalbündnis die wesentlichen Akteure der Region zusammenzubringen, um eine Zusammenarbeit zu entwickeln und die gemeinsame Stärke innerhalb der Region in den Fokus zu rücken. Die Bemühungen gipfelten in der Aktion „Aanbännele“.

Zu einer lebenswerten Region gehört ein vielseitiges kulturelles Angebot. Deshalb unterstützte das Regionalbündnis auch die Entstehung des Netzwerks Nahe.Kultur.Landschaft – ein 2019 entstandener Verein zur Förderung der Kultur entlang der Nahe. 

Kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie formte sich im Verein eine neue Arbeitsgruppe unter dem Namen „Nachhaltige Region“ mit dem Bestreben, eine lebenswerte Region für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. In einem mehrjährigen Prozess entstanden Konzept, Design und Inhalte für eine digitale Plattform, die Nachhaltigkeit in der Hunsrück-Nahe-Region sichtbar, greifbar und gemeinschaftlich umsetzbar macht. Im Herbst 2025 ging soohachhaltig live.

Mit den spürbar werdenden Auswirkungen des Klimawandels wie Trockenperioden und Hochwasserkatastrophen gewann das Thema „Schwammregion“ im Verein und in der Region an Bedeutung. In einer Partnerschaft zwischen der Hochschule Geisenheim, dem Naturpark Soonwald-Nahe und dem Regionalbündnis Soonwald-Nahe gelang es, ein interdisziplinäres Netzwerk einzurichten, das praxisnahe Maßnahmen entwickelt, um den Wasserrückhalt in der Region zu verbessern. Das Projekt wird für die Dauer von 2 Jahren 2025-2026 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Wenn in dieser Darstellung der Vereinsgeschichte soweit keine Rede von Finanzen ist, kann dies als Hinweis gelten, dass der Verein finanziell gesund ist und für seine Vorhaben bisher immer ausreichend Zuschüsse einwerben konnte. Den Grundstock legen die Mitgliedsbeiträge, die 2008 von 12 Euro auf 15 Euro/Jahr erhöht wurden. Aktuell hat das Regionalbündnis rund 550 Mitglieder.

Das ehrenamtliche Regionalbündnis hat sich in der Region einen guten Namen gemacht und viel Vertrauen in der Bevölkerung, bei hauptamtlichen Akteuren der Regionalentwicklung und bei Kommunalpolitikern erworben. So sind Mitglieder des Regionalbündnis-Vorstands in die verschiedenen LAGs (Lokalen Aktionsgruppen im Rahmen des EU-Förderprogramms LEADER) in der Nahe-Hunsrück-Region berufen worden.

Immer wieder steht der Verein bei Forschungsvorhaben, Facharbeiten, Meinungsumfragen und Interviews Rede und Antwort oder begrüßt Besuchergruppen, die sich für die Arbeit des Regionalbündnisses in der Regionalentwicklung interessieren.

„Vernetzen und bewegen“ ist seit 2010 das Leitmotiv des Vereins. 25 Jahre Vereinsgeschichte voller starker Entwicklungen: Darin stecken jede Menge unbezahlte Arbeit, ungezählte Stunden am Telefon und Computer, Kritik, Umdenken – aber auch viele belohnende und stärkende Erfahrungen. Das Regionalbündnis wird auch weiterhin ein kraftvoller Motor der Regionalentwicklung sein.